Und es blieb nicht bei „Hey“ …

Freitag, 18.45 Uhr, Bad Leonfelden im Hotel Falkensteiner.

Das Wochenende über habe ich mich hier zum Wellnessen eingecheckt: Gut (und viel) essen, gut (und viel) schlafen (und das Bett nicht machen müssen), stundenlang in der Natur spazieren gehen, sporteln, schwimmen und saunieren. Oh Gott, ich klinge so alt!! Aber ich muss sagen, ich erkenne in letzter Zeit tatsächlich mehr und mehr den Erholungswert von zwei-, dreitägigen Kurzurlauben in Österreich. Man muss nicht viel organisieren, muss sich nicht extra Urlaub nehmen, muss nicht viel packen und gleichzeitig kann man sich irrsinnig gut aus dem Alltag ausklinken. Meine Augenringe und meine Leber danken’s mir im Übrigen auch, dass ich statt Vodka Wellness wirklich Wellness konsumiere.

Glücklich sein ist mein natürlicher Zustand. 
Ich liebe jede Zelle meines Körpers.
Mein Körper ist gesund und fit.
Erfolg ist mein täglicher Begleiter.
Ich bin genug.
Glücklich sein ist mein natürlicher Zustand.
Ich liebe jede Zelle meines Körpers.
Mein Körper ist gesund und fit.
Der Body von Toni Garrn ist ein Schaß gegen meinen.
Erfolg ist mein täglicher Begleiter.
Ich bin genug.

Ich liege im Finnischen Schwitzkasten der Spa-Landschaft und überschütte mich innerlich mit positiven Botschaften. Das mit den Affirmationen habe ich mir irgendwann angewöhnt und jetzt gehen die Sprüche in meinem Kopf schon automatisch los, wenn ich mein Handtuch auf der heißen Holzbank ausbreite. Das ist wie beim Öffi-Fahren, bevor ich einsteige:

Meine Nase ist immun gegen Schweißgeruch.
Ich ignoriere es, wenn mich jemand anrempelt.
Dumme Blicke übergehe ich.
Dumme Sprüche auch.

Es ist Minute acht laut Sauna-Sanduhr …

… als jemand eintritt. Ich mach die Augen zu und tu so, als wäre ich absolut tiefenentspannt und hätte nicht mitbekommen, dass jemand da ist. Manchmal find ich Sauna-Smalltalk ja ganz okay. Manchmal mag ich’s gar nicht. Heute zum Beispiel ist mir überhaupt nicht danach. Neugierig bin ich trotzdem. Ich öffne für eine Sekunde lang die Augen und erhasche einen Blick auf die Füße. Es sind Männerfüße. Hoffentlich. Ist dieser Person jedenfalls sehr zu wünschen, dass es ein Typ ist. Das Holz knarrt, als er sich auf die Bank setzt oder legt.
Als es ruhig ist, täusche ich eine Nackenverspannung vor und bewege meinen Kopf mit geschlossenen Augen langsam hin und her. Während ich das mache, blinzle ich heimlich in seine Richtung.

Mein Blick wandert von den Füßen zu seinen Waden. Nicht schlecht … Die Oberschenkel sind auch … mmhhh … ziiiiiemlich in Ordnung. Mein Blick wandert … Ja … Ha … Ah … Ähm, was wollte ich sagen!? Ähm … Also … Ja … Toller … Ähm … Was für ein fester … Harter … Ähm … Beachtlich … So … So muskulös … Es ist vermutlich der schönste, den ich je gesehen hab … Was für ein Gerät! Der Bauch ist der absolute Wahnsinn!!!!

Zarte Schweißperlen bilden sich auf meiner Haut …

Ziemlich heiß hier, wie ich finde. Mein Blick wandert weiter hoch an ihm, vorbei an seinen wunderschönen Brustmuskeln hinauf zum Gesicht. Und wenn ich jetzt sage, es ist das Gesicht von …
… Moment …
… Trommelwirbel, um das Ganze spannender zu machen …
Es ist das Gesicht von …
… 3 …
Bereit?
… 2 … 
Wirklich?
… 1… 
Es ist das wunderschöne, makellose, perfekte Gesicht von Channing Tatum … CHANNING TATUM! CHANNING ADONIS TATUM! CHANNING BITTE HEIRATE MICH TATUM! CHANNING ICH WILL EIN KIND VON DIR TATUM!

Mir entkommt ein lautes „Na!“. Ein ziemlich lautes „Na“. So laut, dass es ihn vor Schreckt beutelt und er mich entgeistert anblickt. Ich starre ihn mit aufgerissenen Augen an. Ich kann es nicht glauben. Er lächelt mich an. CHANNING BITTE SCHLAF MIT MIR TATUM lächelt MICH an! Dann richtet er sich auf, haucht lasziv ein „Hey“ in meine Richtung und …

Okay, Blödsinn, war nur ein Traum … Aber ein guter, oder? Ein sehr, sehr guter. Dafür, dass mir mein Unterbewusstsein im Schlaf sonst oft Verfolgungsjagden oder vollen Blasen und verstopften Toiletten vorspielt, ist das zur Abwechslung mal ein echt feines Stück. Uuuuuuuund, jetzt kommt’s: Ich hab in meiner ersten Nacht im Falkensteiner in Bad Leonfelden davon geträumt. Und es heißt ja, dass die Träume, die man in der ersten Nacht in einem fremden Bett hat, wahr werden. Yes!!!

Übrigens: Es blieb nicht bei „Hey“ … 😉

Ein Kommentar

  1. Omg, dass war Jz so spannend zu lesen und mich hat der Neid gefressen. Nicht nur wegen C. T., auch wegen dem Wellnessurlaub im FALKENSTEIER. Manchmal werden Träume war 🥰

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