Schwiegersohn gesucht – im falschen Zimmer …

„Bin mit der Gesichtsbehandlung jetzt fertig. Komme rauf“, textet mir meine Mutter einen Stock tiefer aus dem Spa-Bereich des Hotels.

Fünf Minuten später ist sie noch immer nicht da.

„Mama?!“, texte ich meiner Mutter.
Keine Antwort.
„Mama?! Hallo!?“, texte ich nach weiteren fünf Minuten noch einmal.
Wieder nichts.
Wie lange kann man für 27 Stufen brauchen? Bestimmt keine zehn Minuten. Naja, vielleicht hat sie es sich anders überlegt und noch eine Schwimmrunde eingelegt … Gute Idee! Mach ich jetzt auch!
Ich stopfe meine Handtücher in die Tasche und schreibe meiner Mutter: „Wo auch immer du gerade bist (ohne mir Bescheid zu sagen) – falls du mich suchst: Bin unten am Pool.“

Im Freien stelle ich fest: Hier ist sie auch nicht.
Erst 15 Minuten später in etwa steht sie endlich vor mir.

„Woooo warst du bitte so lange???“
„Ich war im falschen Zimmer.“
„Bitte was!?
„Na, ich hab mich bei der Zimmernummer vertan, dachte, wir haben 231 statt 131 und hab einen Stock höher versucht, die Tür vom falschen Zimmer aufzusperren. Nachdem die Magnetkarte nicht funktioniert hat, hab ich angeklopft. Zuerst normal. Dann heftiger. Am Schluss hab ich gegen die Tür gehämmert und ,Kathi‘ gerufen, weil ich dachte, du machst dir einen Spaß und lässt mich nicht rein.“
„Na, und dann?!“
„Dann hat ein junger Mann geöffnet. Ende 20, Anfang 30, schätze ich. Einer von den Fußballern, die auch hier sind. Fescher Kerl. Echt fesch. Stramme Wadeln. Liebes Lachen. Sehr, sehr guter Oberkörper. Er hat mit den Schulter gezuckt und gesagt, dass er nicht weiß, wo du bist.“
„Mooooment, woher weißt du das mit dem Oberkörper?“
„Er hatte nur Shorts an …“

Meine Mutter legt sich neben mich.
„Hast du dich schon eingecremt?“, fragt sie mich.
„Verdammt! Hab die Creme oben vergessen. Ich hol sie schnell. Brauch keinen Sonnenbrand!“
231 war’s, oder!??

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