Spül di net! Die Story vom Klo, das verstopft war

Zwei Minuten nach der Landung in Athen.

Ich muss aufs Klo. Also reihe ich mich am Flughafen in die Toiletten-Schlange ein. Ein paar Minuten Wartezeit und eine fast zerplatze Blase später bin ich dran. Ich zieh die Tür hinter zu, schließe ab, mache, was man am Klo eben so macht und stiere dabei die ganze Zeit auf ein Schild vor mir: „Don’t throw the paper in the toilet.“ Wie? Wenn ich das Papier nicht ins Klo werfen dann, wohin soll ich es dann tun? Einpacken und mitnehmen!? Ich schaue mich um und entdeckte einen übervollen Mistkübel. Bilder in meinem Kopf. Unschöne Bilder in meinem Kopf. Unappetitliche, ekelhafte Bilder in meinem Kopf. Ich habe Angst, ihn zu öffnen. Ich habe Angst vor dem, was mich unter dem Deckel erwarten könnte.
„It can cause death“, steht mahnend unter der Info, dass man sein Papier ja nicht ins Klo werfen soll. „Death“ ist ein starkes Wort … 

Ein Blatt macht sie platt. Frau, 33, stirbt wegen Klopapier.
Sie hatte es allen Warnhinweisen zu trotz in die Schüssel geworfen, das Klo verstopft und damit eine WC-Explosion verursacht. Das ist scheiße.

Nein, das ist keine feine Art, von dieser Welt zu gehen. Ich will nicht zusammen mit den Absonderungen tausend anderer Leute in die Luft gehen. Ich will definitiv keinen Häusel-Tod sterben!!!! NEEEEEEIIIIIN!

Ein Blatt ließ sie zusammenKLOppen. Frau, 33, schwer traumatisiert nach WC-Besuch. Nachdem sie den Mistkübel auf der Toilette geöffnet hatte, offenbarte sich ihr ein Bild des Grauens. Es gelingt ihr seitdem nicht mehr, ins normale Leben zurückzufinden …

Klingt auch nicht schön, aber immer noch besser als Version eins. Naja, andere Länder, andere Klopapier-Entsorgungsgepflogenheiten. Also werfe ich das Klopapier in den Mistkübel. Und so mache ich es übrigens auch die restlichen zehn Tage in Griechenland. Mein Fazit dazu: Es gibt Dinge, die ich lieber mache, aber es war bei Weitem nicht so furchtbar wie befürchtet. Ehrlich gesagt: Auf Tinder hab ich schon Schlimmeres gesehen.

Zurück in Wien.

Ich bin ein bisschen post-urlaubsdepressiv. Ich vermisse unser kleines Haus direkt am Meer und die Möglichkeit, jeden Morgen nach dem Aufstehen ins Wasser zu springen. Und ich vermisse das Rauschen der Wellen, das Salz auf meiner Haut und eben dieses ganze Ferien-Dingsbums drumherum wie Gastfreundlichkeit, bla bla bla. Was mich beim Auspacken meines Koffers aber auf alle Fälle tröstet, ist der Gedanke, mein Klopapier endlich wieder, so wie ich’s eben gewohnt bin, in die Toilette ballern zu können. Dass wir unser Wasser aus der Leitung trinken können, ist übrigens auch etwas, das ich jedes Mal noch mehr zu schätzen weiß, wenn ich aus Ländern retour komme, wo das eben nicht so gut oder gar nicht geht. Aber das nur am Rande …

So, weiter im Text. Weil es gar nicht anders geht, kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo ich hier aufs Klo muss. Ich geb’s zu, ich freu mich richtig auf den Moment, wo ich das Papier in die Schüssel werfe und die Spülung betätige. Ich tanze einen innerlichen Mambo und juchze vor Fröhlichkeit und Glückseligkeit in mich hinein. Vielleicht juhue ich sogar kurz laut auf … Und dann passiert es: Meine Toilette geht über. Einfach so. Ohne Vorwarnung, ohne nix. Das verdammte, blöde Kackding ist verstopft und geht einfach eiskalt über.

Klo verstopft: Und was lernen wir daraus?

Hier fünf wertvolle Lektionen, die ich gerne mit euch teilen möchte:

Lektion Nummer eins

So ist das eben manchmal im Leben. Obwohl man sich an die Regeln hält, fair spielt und alles richtig macht, scheißt es einem vielleicht trotzdem hin und wieder rein.

Lektion Nummer zwei

Oft sehen die Dinge anfangs beschissener aus, als sie tatsächlich sind und lassen sich leichter bereinigen, als man im ersten Moment vielleicht denken mag. Manchmal ist es umgekehrt. Und manchmal liegt man mit seiner Einschätzung ziemlich richtig. Alles gibt’s.

Lektion Nummer drei

Man muss auch für die kleinen Dinge im Leben dankbar sein. Zum Beispiel, dass die Saugglocke gereicht hat, die Verstopfung zu lösen. Hätte mir auch passieren können, dass ich mit der Hand hätte reinfahren müssen. Oder den Installateur hätte holen müssen, der dann für die Diagnose „Das Klo ist verstopft“ und zwei Griffe, um wieder alles zum Laufen zu bringen, 3.877 Euro verrechnet …

Lektion Nummer vier

Es gibt mittlerweile für echt alles YouTube-Tutorials! Irgendwie beruhigend, zu wissen, dass man dank Videoplattform nicht mehr am Leben scheitern kann. Angenommen, man strandet irgendwo in der Savanne und trifft auf eine Giraffe. Ich meine, ist jetzt ja nicht das Abwegigste … Handy raus, YouTube an und schnell einen Crashkurs in Giraffisch absolvieren. Und huch – schon kann man das Tier fragen, wo es wieder rausgeht. Praktisch! Oder wo kann man lernen, wie man seine Zehennägel richtig schneidet!? Richtig. Auf YouTube. Dort habe ich auch herausgefunden, wie man richtig pumpt. Also mit der Saugglocke. Oder „Püüüümpel“, wie es der Herr Klo-verstopft-Experte im Video nennt. Den Clip empfehle ich übrigens auch all jenen, deren WC einwandfrei funktioniert … Zwecks Unterhaltungsfaktor warat’s.

Lektion Nummer fünf

Es ist alles eine Frage der Perspektive. In Griechenland hab ich’s verflucht, dass man das Papier nicht in die Toilette werfen darf. Daheim hab ich mir gedacht: Wenigstens war das Klo dort nicht verstopft und hat funktioniert … 

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