Ich hab ein Bild im Kopf. Gleich hast du’s auch …

Ich hab ja so meine Erfahrungen mit nackten Nachbarn. Liegt entweder daran, dass ich ein FKK-Radar habe und das sofort ausschlägt, wenn einer seine Hose fallen lässt oder aber in meiner Nachbarschaft ziehen sich verhältnismäßig viele aus, ohne dabei die Rollo runterzulassen. Was weiß ich …

Gestern jedenfalls hatte ich wieder einen dieser Freikörper-Momente. Einen sehr einprägenden. Einen, der mir ein … sagen wir sehr buntes Bild im Kopf beschert hat.

Folgendes Szenario: Ich bin gerade dabei, mein Fenster zu öffnen, um die Wohnung zu lüften. Ich hab mir Süßkartoffel im Ofen gemacht und kurz drauf vergessen, weil ich telefoniert habe und jetzt nebelt’s eben ein bisschen in der Bude … Als ich eben das Fenster öffne, sehe ich im Haus gegenüber, zwei Stockwerke unter mir ein Mann Mitte 40 ohne Gewand in der Küche stehen. Ich schätze ihn auf 1,80, vielleicht sogar eine Spur größer. Volles Haar, oben wie unten. Durchschnittliche Statur. Bisschen Detox wäre nicht schlecht, muss aber nicht sein. Eigentlich ganz und gar nicht. Zumindest nicht aus optischen Gründen. Sieht wirklich passabel aus.

Dieses elendige Streben nach dem perfekten Körper kann auch nix. Bringt nur schlechte Gefühle. Und so ein kleines Wamperl ist eigentlich ganz sympathisch. Lässt darauf schließen, dass er das Leben auch genießen kann. An einem lauen Sommerabend beim Heurigen. Ein, zwei Glaserl Wein und feines Schweinsbraterl. Hach, super!

Team Gurke!

Wobei, im Moment esse ich ja kein Fleisch. Hab ich letztes Jahr schon mal mehrere Monate so gemacht, nachdem ich ein paar Netflix-Dokus zu dem Thema gesehen habe und seit Kapstadt lustet es mich so gar nicht mehr drauf. Dort gab’s zu jeder Mahlzeit und dazwischen Fleisch. Fleisch, Fleisch, Fleisch. Burger, Steak und Biltong. Biltong ist Trockenfleisch und eine Kindheitserinnerung von M. Das hat ihm sein Papa immer mitgebracht, wenn er beruflich mal wieder länger unterwegs war. Und das gibt’s in Deutschland nicht, also isst er, jedes Mal, wenn er in Südafrika ist, so viel wie möglich davon. Mitnehmen darf man’s nicht, weil eben Fleisch …

Und ich hab flott mitgesnackt, weil wenn’s schon da ist, oder? Und zusammen mit dieser süßen Erinnerung hat das Trockenfleisch bei mir auch gleich gute Gefühle ausgelöst. Dafür bin ich jetzt Team Grünzeug. Oder sollte ich Gurke sagen? Weil dann schaff ich den Übergang zurück zum nackten Nachbarn vielleicht leichter … 😉 Größer sollte er halt nicht werden. Den Bauch meine ich jetzt … Weil Bauchfett = großes gesundheitliches Risiko. Aber gut, das ist jetzt nichts Neues, das wird er ja wissen. Und sonst hoffe ich, dass es ihm wer sagt. Ich könnte es ihm riesig auf einen Zettel schreiben und an meine Fensterscheibe kleben. Das würde aber zu weit gehen mit der Nächstenliebe, oder?! Na, ich geh davon aus, dass er’s weiß. Wirkt jetzt nicht wie einer, an dem solche Infos komplett vorbeiziehen.

Warum ich Bikram Yoga nicht mag.

Er steht direkt am Fenster und streckt die Arme in die Höhe. Vermutlich Bürojob und verspannt. Kann man nachvollziehen. Er beugt seinen Oberkörper nach vorne und stützt die Hände in den Boden. Herabschauender Hund. Ich mach den auch sehr gerne. Adho Mukha Svanasana. Okay, hab ich gegoogelt, weil mit Yoga hab ich sonst nicht viel am Hut. Weiß eigentlich nicht warum. Weil das, was ich davon immer wieder auf Instagram und Co. sehe, finde ich eh sehr fein. Ich war zwei, drei Mal in einer Klasse und das fand ich auch ganz okay. Außer Bikram Yoga, wo man bei 40 Grad waschelnass neben anderen waschelnassen Yogis seinen Körper verrenkt. Ich krieg das Bild von dem Mann vor mir, der nix anhatte außer eine Speedo-Badehose, die verrutschte, während er sich in der Grätsche nach vorne beugte, nicht mehr aus dem Kopf. Seit Jahren nicht!!
Aber den herabschauenden Hund mag ich, wie gesagt. Dehnt Rücken, Schultern und Nacken. Mach ich oft abends daheim vorm Fernseher. Warum er ihn nackt in der Küche macht – keine Ahnung, ich frag es mich auch …

Nach etwa ein, zwei Minuten in der Position, rappelt er sich wieder hoch, öffnet den Geschirrspüler und fängt an, die sauberen Teller und Gläser auszuräumen. Fleißig!

Und dann passiert es. Der Moment, auf den ich schon so lange gewartet habe. Das Bild im Kopf von dem Speedo-Badehosen-Mann wird für immer ausgelöscht. Blöd nur, dass an dessen Stelle sofort ein neues rückt: Das von meinem nackten Nachbarn, wie er versucht, aus dem hintern Teil des Geschirrspülers etwas rauszufischen – wahrscheinlich irgendein Essensrestl – und dabei sein Gemächt in den Besteckkorb fällt …

Stellst du’s dir gerade vor? Bitte, gerne 😉

2 Kommentare

  1. Was mich daran fasziniert ist das du trotz allem den Blick nicht lassen konntest.😏 Im Gegenteil! Du hast alles ganz genau beobachtet um was zu sehen? Ein Schelm der dabei anrüchiges denkt.

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  2. .. das is wie bei einem unfall. man weiß dass man nicht hinschauen soll aber man kanns einfach nicht lassen… 🤣🙈

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