Für Intuitives Essen! Oder: Nie ohne meine Pizza!

So, mir hat’s jetzt echt gereicht. Mir ist das wirklich zu deppat geworden. Es ist definitiv der Punkt gekommen, an dem ich sage: NEIN! Nicht mit mir! Ich tu mir das ganz sicher nicht länger an. Na, warum auch!? Und deshalb hab ich’s getan: Ich hab Schluss gemacht – mit all den Apps auf meinem Handy, die mein Ess- und mein Sportverhalten auf nur irgendeine Art und Weise dokumentieren.

In Wahrheit braucht die nämlich kein Mensch. Wenn sie helfen, dann bei nur einer Sache – und zwar dabei, zu verlernen, auf sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse zu hören. Intuitives essen, bewegen und leben beherrscht ja kaum noch wer. Ich mein, es gibt eine App, die auswertet, wie gut man beim Sex abschneidet … Wenn man sich das überlegt … Und bei all dem Wahnsinn vergessen wir vor allem eins: Wir funktionieren nun mal nicht nach einem strikten Programm, das uns man uns vorgibt.

Mein Körper zum Beispiel mag nicht immer, dass ich mit ihm laufen gehe. Manchmal will er, dass ich ihn gemütlich in der Natur spazieren trage. Oder einfach auf der Couch ablege und ihn mit Netflix-Dokus verwöhne. Dann wieder feiert er es total, wenn ich ihn gefühlt hundert Mal irgendwelche Stiegen auf und ab jage. Gleiches gilt beim Essen. Er liebt Salat (mit Kernöl!!!), Gemüse (echt jedes bis auf Jackfruit …) und all das gute Zeugs, aber was ihm ganz wichtig ist: Er wünscht sich zu jeder Mahlzeit Kohlehydrate … Was heißt wünscht … – Er fordert sie ein. Er brüllt danach, fleht und bettelt: „Kaaaaaathi! Kaaaaaathi!! Ich brauch Carbs! Gib mir Carbs! Kaaaaathi!“ Und dann soll ich ihm eine ordinäre Gurkenscheibe hinhalten!? Geh bitte … Würd sich ja jeder dabei verarscht vorkommen, oder!?

Also, ich mein, es ist nicht so, als würde ich’s nicht immer wieder probieren, ihn mit einem Rohkostteller zufrieden zu stellen. Ich versuch’s ja. Ich versuch’s ehrlich immer wieder. Und er nimmt die Karotten– und Sellerienstreifen auch an, er mag sie, aber jedes Mal aufs Neue geht er davon aus, dass danach noch was kommt. Muss nicht immer eine Pizza sein. Aber ein Schüssel Reis. Oder Kartoffeln. Aber wehe, es kommt nach den Low Carb-Sticks nichts mehr. Na hawidere, dann geht’s los!  Mein Körper sekkiert mich dann so lange, bis ich nachgebe und ihn mit Kohlehydrate versorge. Zum Beispiel, indem ich bei meinem Lieblingsitaliener eine Margherita  bestelle. Bis vor Kurzem auch mit viel schlechtem Gewissen zum extra Knoblauch. Denn: So ein Teigding schießt laut Food-App über mein Kalorienziel hinaus. Aber sowas von …

Irgendwann saß ich dann mal vor dem leeren Pizza-Karton und hab mich gefragt, wozu ich das eigentlich mache. Warum quäle ich mich wegen ein bisschen geschmolzenem Käse auf ein bisschen Hefeteig, nach dem es mich halt hin und wieder lustet!? Und wieso versuche ich mich zu Low Carb zu zwingen, wenn mein Körper einfach nicht dafür gemacht ist!? Es gibt Menschen, denen macht es nichts aus, auf Carbs zu verzichten. Aber ich bin null leistungsfähig, wenn mir die Kohlehydrate fehlen, kann mich null konzentrieren und spätestens eine Stunde nach meiner letzten Mahlzeit hab ich wieder Hunger.

Natürlich ist mir meine Figur nicht unwichtig. Schon allein aus gesundheitlichen Gründe. Aber sicher auch aus optischen. Ich würd lügen, würde ich behaupten, es wäre anders. Und wenn man abnehmen will, muss man natürlich verzichten. Klar und das geht nur mit einem Kaloriendefizit. Hab ich schon mal gesagt – und zwar, als ich vom Intervallfasten und meinen Erfahrungen dazu berichtet habe. Mach ich übrigens noch immer, beziehungsweise wieder, die Sache mit dem 16/8. Ist für mich einfach der beste Weg, um sich gesellschaftlich nicht komplett ins Aus zu schießen, weil man bei gemeinsamen Essen dauernd nur auf einem Salatblatt herumknabbert. Und es hat mir geholfen, meinen Hunger wieder zu entdecken. Klingt vielleicht blöd, aber wenn man’s gewohnt ist, sich dauernd irgendeinen Snack hineinzuschieben, kann man bald nicht mehr zwischen Gusto und Hunger unterscheiden. Das ist ziemlich blöd – besonders, wenn’s ums intuitives Essen geht.

Ich verzichte die meiste Zeit aufs Frühstück – weil ich draufgekommen bist, dass ich morgens eigentlich selten Hunger habe (war schon als Kind so). Es gibt aber auch Tage, da wach ich mit einem Magenknurren auf und da quäle ich mich fix nicht bis zu Mittag, sondern esse was. Da kommen wir auch schon zum Punkt: Abnehmen oder seine Figur halten heißt nicht, dass man sich dafür endlos foltern muss. Die Lösung: Intuitives Essen und Bewegen! Wenn man wieder lernt, auf seinen Körper zu hören, reguliert der sich eh von allein, weil er am besten weiß, was er wann braucht und was nicht. Jaaaa, ehhh, Pizza, Gummibärchen und Gin Tonics braucht er nicht – aber die Seele verlangt ab und zu danach. Und hey! Auf seine Psyche soll man mindestens (!!!!!!!!!!!!!!!!!!) genauso schauen wie auf seinen Körper.

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