Wie viel mehr Farbe da wäre, wenn …

Also, wer macht das nicht ab und zu: Leute beobachten. Und sich dann entweder heimlich über ihr Auftreten amüsieren oder unter vorgehaltener Hand zusammen mit der Begleitung darüber lästern. Ja, eh, die feine englische Art ist es nicht, aber es macht schon ein bissl Spaß. Kommt schon, gebt es zu! Wir brauchen uns nix vorzumachen, wir sind nun mal alle miteinander keine Mütter Teresas oder Dalai Lamas … Und wenn’s bei einem selbst vielleicht gerade nicht so läuft, kann’s schon sein, dass man beim Lästern über andere so etwas wie eine kurfristige Befriedigung spürt … Nach dem Motto: „Zwar hab ich die letzten Wochen über fünf Kilo zugenommen, aber wenigstens hab ich einen guten Friseur. Nicht so wie die da …“

Aber im Grunde ist so eine Einstellung a Schaß! Weil letztendlich geht’s einem selbst nicht besser, nur weil wer anderer schiefe Stirnfransen oder Strähnen wie ein Erdmännchen hat …

Und genau deshalb mache ich seit ein paar Wochen Folgendes: Wenn ich in der U-Bahn fahre oder in einem Lokal sitze oder sonst wo in die Verlegenheit komme, andere Leute zu scannen, suche ich ganz bewusst nach dem, was ich an ihnen schön finde. Okay, manchmal sind es nur der lässige Adidas-Hoodie, die gepflegten Fingernägel (obwohl das eher selten vorkommt!) oder der elegante Schwung der Augenbrauen, AAAAABER irgendwas findet man immer, wenn man genau hinschaut. Und meistens ist mehr als man auf den ersten Blick sieht. Und dann stell ich mir vor, wie diese positiven Gedanken, während ich sie aus meinem Hirn in die Welt hinaus schieße, bunten Feenstaub hinter sich herziehen und wie viel mehr Farbe da wäre, wenn jeder ein paar mehr dieser netten Energien rauskatapultieren würde. Gedenkanstoß Ende.

 

12 Kommentare

  1. Ohja, ich ertappe mich auch mal beim Peoplewatching, auf deine Idee aber was schönes zu finden, bin ich noch nicht gekommen! Das werd ich aber gleich mal umsetzen uns ausprobieren, denn wenn man mal so nachdenkt, is das wirklich nicht das Gelbe vom Ei, was schlechtes an anderen zu sehen. Ich möcht ja auch net durch die Stadt laufen und wissen, dass alle die da rumsitzen über meinen fetten Hintern reden….gut der is wirklich fett…aber hey! 😀 Wenn ich das sage is es weniger schlimm….^^

    Liebe Grüße und danke für den Denkanstoß, das wird prompt umgesetzt!
    Sarah

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    1. Liebe Sarah, ich freu mich über deine lieben Zeilen! Danke! 🙂 Und ich freu mich, dass dir meine Feenstaub-Idee gefällt!

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  2. Ich mag Lästern gar nicht und versuche es möglichst zu vermeiden. Gelingt aber auch nicht immer, manche Menschen sind schon zu schräg. Und klar denke ich mir auch manchmal meinen Teil. Aber dann bewundere ich die Leute, die mit der Lila Hose und dem roten Oberteil durch die Stadt laufen, als wäre es das normalste von der Welt. Die sind eben total schmerzbefreit! 😉

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    1. Liebe Tanja, kann dich total nachvollziehen. Ich bewundere jeden, der sich nicht zu viel Kopf darüber macht, wie andere ihn finden. Weil im Endeffekt werden wir’s eh nie allen Recht machen können. Und sollen wir auch gar nicht! 🙂

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  3. Ich kenne dieses beobachten nur zu gut! Und ja du hast völlig recht, wir achten zu sehr aufs negative! Ich finde die Idee, an jedem etwas schönes zu suchen super und nehme es mir für die Zukunft ebenfalls zu Herzen. Es ist doch viel schöner, das gute am Leben zu sehen.
    Viele Grüße
    Wioleta von http://www.busymama.de

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    1. Liebe Wioleta, oh ja, das ist es! Vielen Dank für deine lieben Zeilen 🙂

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  4. Du hast Recht, ich kann mich auch nicht ganz freisprechen vom Lästern, obwohl ich denke, dass ich da noch ein sehr gesundes Maß habe. Eigentlich lästere ich auch nicht über Fremde, wenn, dann eher über Personen, denen ich notgedrungen begegne… Trotzdem eine tolle Idee, nur noch nach positiven Eigenschaften Aussschau zu halten – da finde ich ganz sicher bei jedem etwas!

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  5. Hallo! Ja! Mehr Farbe, mehr Musik! Das wäre sehr gut und würde einfach das Leben freundlichen machen! Merci für den Beitrag. Warum hast Du keine Fotos eingebunden? Das wäre ja schön, wenn auch dort Farbe zwischen den Worten zu sehen wäre. Ich mache meine Fotos selber und finde Visuelles so wichtig. Was meinst Du dazu? Alles Liebe! Sirit

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  6. Vielen Dank für den tollen Bericht! Ich ertappe mich selbst immer mal wieder beim lästern, versuche aber es loszuwerden. Klappt meist ganz gut aber so richtig weg ist es noch nicht. Man achtet wirklich viel zu oft aufs negative! Die Idee, an jedem etwas Schönes zu suchen richtig gut und möchte es in Zukunft anwenden 🙂

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  7. Ein interessanter und guter Ansatz, den du da hast.
    Ich beobachte unheimlich gerne Leute, aber nicht um sie zu denunzieren oder über sie zulästern. Sondern vielmehr weil mich Körpersprache unheimlich fasziniert. Also nicht das was wir am Ende sagen, sondern wie wir handeln und wie unsere kleinen Micro Gesten und Mimiken dazu beitragen, wie unser Gesagtes am Ende ankommt. Das finde ich unheimlich spannend und darum beobachte ich unheimlich gerne Leute.

    Liebe Grüße,

    Mo

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  8. So ein tolles Bild hast Du mit Deinem Gedankenanstoß in meinen Kopf gezaubert, danke. Jetzt laufen alle Menschen mit buntem Feenstaub herum und ich mit einem zufriedenen Lächeln auf meinen Lippen.
    Alles Liebe
    Annette

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