Hund + Allergie = orsch!

Ich lebe. Ich habe Ausschlag im ganzen Gesicht, aber hey – ich lebe … Möglicherweise sehe ich auch ein bisschen unscharf, aber hey – ich lebe! Halleluja!

Letztens war ich bei einem Typen zu Besuch. Er hat einen Hund: groß, schwarz, ziemlich süß und liebesbedürftig. Ich habe eine Hundeallergie. Keine so coole Kombi, aber nicht weiter schlimm, wenn man weiß, was da hilft. Deshalb hab ich mir noch daheim eine Allergie-Tablette eingeworfen. Zwei Stunden später, als ich gemerkt habe, dass die Wirkung nachlässt, habe ich mir eine zweite eingeworfen. Bevor wir ins Schlafzimmer sind noch eine. Es war super schön, extrem romantisch. Wir haben gekuschelt, geschmust, haben Klaviermusik gehört, uns zwischen Bettlaken gewälzt und sind dann Arm in Arm eingeschlafen.

„Schlaf weiter!“

Irgendwann bin ich munter geworden und musste aufs Klo. Ich befreite mich aus seiner Umarmung und wankte durch die dunkle Wohnung ins Bad. Als ich beim Hände waschen in den Spiegel blickte, haute es mich fast um. Mein Gesicht war komplett rot und geschwollen. Ich bekam noch dazu ziemlich schlecht Luft. „Ich muss hier raus“, war mein erster Gedanke. Und zwar so, dass er nix davon mitbekommen würde. In diesem Zustand durfte er mich unter keinen Umständen sehen!!! Ich schlich mich zurück ins Schlafzimmer und zog mich an. Er bewegte sich. Verdammt!! „Schlaf weiter“, betete ich innerlich und gleichzeitig betete ich ihn an: Was für ein Mann!!

„Du Arsch!“

Ich schlüpfte gerade in meine Hose, als es an der Tür kratzte. Shit! Der Hund!! Ich huschte zur Tür und da stand die große, schwarze Fellnase, im Maul seine Leine, die er mir erwartungsvoll in die Hand drücken wollte. „Hieronymus, es ist vier Uhr morgens, ich kann jetzt nicht mit dir Gassi gehen.“ Der Hund jaulte leise auf. „Hawi, ich sterbe hier grad fast wegen dir.“ Der Hund jaulte wieder auf, dieses Mal eine Spur lauter … „Du Arsch!“, ,zischte ich. Ich mach’s kurz: Ich marschierte mit Hieronymus mitten in der Nacht durch halb Wien. Nicht nur das … Natürlich musste er auch kacken und ich durfte den tollen, warmen und vor allem großen Haufen in ein Plastiksackerl packen.

Nachdem ich den Hund so lautlos wie möglich wieder in der Wohnung abgesetzt hatte, fuhr ich nach Hause. So, ja, und leider gibt es an dieser Stelle keine Moral, keine positive Wendung oder sonst was. Orsch wor’s …

Ein Kommentar

  1. Den Hund Gassi zu führen obwohl du gerade krepierst wegen ihm nur damit Herrchen nicht aufwacht ist so unglaublich selbstlos und egoistisch zugleich. 😀 Du verdienst dafür einen Preis. 😀 😀

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