Das ultimative Tool zum Flirten: Fremde Kinder!

Aaaalright, ich hab das ultimative Tool zum Flirten entdeckt: Fremde Kinder! Also vorausgesetzt, die Windel ist sauber und ihnen hängt keine Rotzglocke aus der Nase …

Letztens war ich mit einer Freundin und ihrer Tochter beim Heurigen in Jedlersdorf. Oder war’s Stammersdorf? Jaaa, Stammersdorf war’s. Glaub ich halt. Egal, irgendwo im Bezirk Floridsdorf jedenfalls. Nachdem ich beim ersten Anlauf schon das halbe Buffet geleert hatte, war’s mir peinlich, Nachschub zu holen. Deshalb schnappte ich mir das bald zweijährige Mädchen meiner Freundin und schleppte sie als Vorwand mit an die Schank. Vor mir standen fünf Leute an: Ein älteres Ehepaar und drei Typen, alle etwa in meinem Alter.

Die Kleine deutete auf das Essen in der Schank. „Jaaaaa“, sagte ich, „Da sind Eier.“ Und: „Jaaaa, das sind Hartwürstl“. Und: „Mmmmh, Grammelknödel. Grammel! Sag: Graaammeeeelllll!“ Und: „Oh, schau, die haben auch Apfelstrudel. Boah, der schaut gut aus. Da willst du bestimmt ein Stück davon, oder? Gell, ja, das magst du! Okay, dann bestellen wir dir halt eine Schnitte, wenn du uuuuunbedingt willst.“

Kaaaaathi, er will mit dir flirten! Auf los geht’s los!! …

Dem Kind war der Apfelstrudel herzlich wurscht. Es fand viel mehr Gefallen darin, ihr Gesicht gegen die Glasscheibe zu pressen. Der Typ vor uns beobachtete sie dabei und schmunzelte. Und er sah ziemlich süß dabei aus mit seinem dunkelbraunen Dreitagebart und den Grübchen in den Wangen. Halleluja, sah er heiß aus!!! Ich lachte (übertrieben) amüsiert und nahm das Kind auf den Arm.
„Echt süß“, nuschelte er und lächelte mich an. Kathi, Kathi, Kaaaaathi, er will mit dir flirten! Auf los geht’s los! Aber verscheiß es bloß nicht! Beruhig dich! Atme durch. Bleib cool! Coooooooool …
Ich lächelte verlegen zurück. Ich war versucht zu antworten: „Meinst du mich?“, entschied mich dann aber für ein verhaltenes, lasziv gehauchtes „Ja“.

„Deins?“, fragte er.
„Nein, von einer Freundin“, sagte ich und dachte: „Aber du darfst mir gerne eines machen. Machst du mir eins? Bitte, bitte mach mir eins!“
Ich spürte, wie das Kind mit seinen kleinen Fingern an meinem linken Oberarm herumzuzupfte. Neugierig zerrte es meine Haut in alle Richtungen. Ich versuchte in einer unauffälligen Bewegungen meinen Arm aus ihren Fingern zu lösen. Vergeblich. Unbeirrt bohrte das Mädchen ihren Mini-Zeigefinger in mein Fleisch. „Kinder …“, sagte ich, rollte mit den Augen und zuckte mit der Schulter, gefolgt von einem kurzen, hysterischen Lacher.
Er erwiderte mein Lachen und klang mindestens genauso gequält wie ich.

„Kaffee fänd ich für den Anfang eigentlich auch okay.“

„Was darf’s für Sie sein?“, beendete die Wirtin das erbärmliche Intermezzo. Er bestellte sich ein Scheibe Schweinsbraten mit Sauerkraut ehe er zum Tisch, an dem bereits seine Freunde saßen, verschwand.

„War das notwendig?“, fragte ich das Kind auf meinem Arm, als er weg war. „Im Ernst: Es hätte echt gereicht, wenn er meine Schwabbelarme erst beim Schmusen mitbekommen hätte.“ Gedankenverloren zupfte ich selbst an meinem Arm und nahm mir vor, gleich am nächsten Tag eine Extraeinheit im Fitnessstudio einzulegen.

„Kaffee fänd ich für den Anfang eigentlich auch okay“, hörte ich plötzlich eine Stimme hinter mir sagen. Ich drehte mich um. Da stand der Typ wieder. Ups! „Hast du’s gehört?“, fragte ich zögerlich.
„Yep. Aber gut, ich richt mich gern nach dir!“ Ja, duuu, wenn das so ist …

Auf dem Bild sehen Sie mich und das Kind, das mir beim Flirten geholfen hat.
Meine Wingwoman und ich!

Aja, der Heurige ist tatsächlich in Stammersdorf. Hab vorhin gegoogelt 😉 Wieninger heißt er und ich kann vor allem das Bratenfettbrot sehr empfehlen!

 

4 Kommentare

  1. Hach, ich bin sooo froh auf deinen Blig aufmerksam geworden zu sein! Herrliche Beiträge… 😀 und die Wingwoman steht dir ausgezeichnet 😀

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