Fahren Sie, ich habe Durchfall!

„Fahren Sie!“, befiehlt meine Freundin mit eindringlicher Stimme wie am Anfang einer Verfolgungsjagd in einem James Bond-Film.
Der Taxler wirft uns einen genervten Blick über den Rückspiegel zu. „Geht nicht. Es ist rot.“
„Faaahaaaren Sie!“
„Sehen Sie nicht? Es ist roohooot!“
„Sie verstehen nicht. Es ist dringend. Sehr, sehr, seeeehr dringend“, sie rutscht auf der Rückbank nervös hin und her.
„Ja, ja“, murmelt der Fahrer desinteressiert.
„Ich habe Durchfall, okay!?“
„Wieso um Himmels Willen erzählen Sie mir das?“
„Damit sie endlich auf die Tube drücken. Sonst passiert hier noch ein Malheur.“ (Naja, um ehrlich zu sein, also eigentlich hat sie es ein bisschen anders formuliert. Ein wenig weniger elegant und eine (Brems)-Spuuuur direkter … Ähm, ja, sie hat sch*** gesagt)

Ich versuche, mir mein Lachen zu verhalten, was mir nicht wirklich gelingt. Okay, es gelingt mir gar nicht. Ich pruste laut los.
„Sei leise!!“, raunt sie mich genervt an, „Du bist an allem schuld.“
„Bitte wie? Wieso das denn?!“
„Hättest du dir nicht vorhin unbedingt ein Hot Dog holen müssen, hätte ich mir keine Zigarette von diesem einen Typen geschnorrt. Und dann hätte ich jetzt auch keinen Durchfall. Ich hab seit Wochen keine mehr geraucht. Klar, dass mein Körper da verrückt spielt.“
„Das kostet 300 Euro“, wirft der Taxler emotionslos ein.
„Bitte was?“, fährt ihn meine Freundin an. Ich muss sagen, ich bin auch sehr irritiert. Glaubt er ernsthaft, dass er uns so übers Ohr hauen kann!? Wir sind seit maximal drei Minuten unterwegs …
„Na, wenn Sie Ihre Unterhose verfehlen, kostet das 300 Euro.“

 

Wien bei Nacht
Das ist Wien in der Nacht, als meine Freundin Durchfall hatte …

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