NEIN heißt NEIN

Sie hat da aber wirklich sehr naiv gehandelt. Ich meine … Wozu ist denn Tinder da? Um Sextreffen zu vermitteln. Punkt. Und ja, der Typ war offenbar nicht ganz der Tiefenpsychologe, aber dass er sich mehr erwartet hat als für sie den Falter rauszubringen, hätte sie wissen sollen. Ich meine sie ist ja wohl keine 12 mehr und die Welt ist kein Zuckerwattekiosk.BAMM!

„Zum Artikel: sehr witzig geschrieben! Dennoch ist mir das Lachen im Hals stecken geblieben, weil es auch hätte anders ausgehen können. Bei einer weniger selbstbewussten Frau, die weniger eindeutig ,da ist die Tür‘ gesagt hätte, zum Beispiel.“ BAMM, BAMM!

Ein bisschen Einsicht in die gegenseitigen Erwartungen und die Realitäten wie sie nun gerade einmal sind nenne ich gesunden Menschenverstand. Ich hab in den fast 15 Jahren an Discotüren oder hinter Theken ein dutzend oder mehr Vergewaltigungsopfer erst versorgt (…) Und sich dabei augenzwinkernd ansatzhöhnisch über die blöden Typen lustig zu machen, die nach ihrer allgemeiner aktuell gültigen Lebenserfahrung mehr als nur ein launisches Tschü von der Frau erwartet hätten, dient der Sache auch nicht.“ BAMM, BAMM, BAMM! 

Das sind alles Kommentare zu meinem Nachtfalter-Posting. Das sind alles Kommentare, die mich echt sprachlos machen. Der Großteil der Leute hat den Text als das verstanden, was es eigentlich sein sollte: Unterhaltung. Und dann gab’s diese paar „kritischen“ Stimmen …

Ja, es gibt böse Menschen …

Zunächst: Nein, ich bin nicht naiv und ich weiß, dass es Menschen gibt, die die Grenzen anderer nicht respektieren. Aber gleichzeitig weigere ich mich, bei jedem sofort vom Schlechtesten auszugehen, weil ich davon überzeugt bin, dass so eine Haltung unsere Gesellschaft nicht weiterbringt. Einen selbst im Übrigen auch nicht. Weil dann dürfte niemand einen Maler, Installateur oder Tischler ohne Security bei der Tür reinlassen. Wobei der Security ja auch nicht ohne anderen Security hinein dürfte. Usw. Man dürfte nicht mit dem Nachbarn gemeinsam im Lift fahren oder vom Postboten ein Paket entgegen nehmen. Das müsste dann der Freund erledigen, den man natürlich nie haben wird, weil den darf man ja auch nie reinlassen.

Und noch einmal: Ja, ich weiß, dass es Menschen gibt, die die Grenzen anderer nicht respektieren. Aber es gibt so etwas wie ein Bauchgefühl und etwas, das sich Menschenkenntnis nennt. Ich hab gehört, wer ein bisschen von beidem besitzt, soll es schaffen, Situationen einigermaßen gut einzuschätzen. Das ist das eine.

Das andere: Ähm, was jucken mich die Erwartungen von jemand anderen, wenn ich etwas nicht möchte!? Ich komm schließlich auch nicht daher, date einen Typen drei Mal und sag ihm dann: „Hey, meine Erwartung ist es, dass mir ein Mann spätestens nach dem dritten Treffen einen Heiratsantrag macht. Ahhh, du willst nicht?! Gut, dann komm ich mit meinen Freundinnen und prügel dich windelweich. Immerhin weigerst du dich, meine Hoffnungen zu erfüllen …“ Ich mein, geht’s noch? Wenn jemand NEIN sagt, heißt das verdammt noch einmal NEIN. Und ich mein damit jetzt nicht diese Herumgeplänkel zwischen zwei Verliebten. Kommt, Leute, keiner kann mir erzählen, dass man nicht den Unterschied zwischen einem entschlossenen und so einem Nein erkennt, das eigentlich eh Ja bedeutet! Dieses, wo man deppat dabei grinst und sich gespielt beleidigt wegdreht, wenn er so tut, als würd er’s lassen. Geh bitte!

Und weil man das scheinbar nicht oft genug sagen kann: NEIN heißt NEIN. Egal, wer es warum sagt. Wenn jemand etwas nicht möchte, hat man das zu respektieren. Wenn das wiederum jemand nicht checkt, dann gilt es, diesen dafür anzuklagen, nicht irgendjemand anderen. Und nur so fürs Protokoll: Ich finde, auch wenn man sich für Sex verabredet, gibt das keinem von beiden das Recht, etwas zu machen, was der andere nicht möchte. Und wenn derjenige es sich kurz davor noch einmal anders überlegt … Einmal geht’s noch, Achtung, alle zusammen: NEIN heißt NEIN.

 

 

4 Kommentare

  1. Aber sowas von!!! Danke für die klaren Worte dazu. Hoffentlich hält diese Art von Respekt wieder mehr Einzug in unser Alltagsleben – also mit gutem Beispiel vorangehen und sich nicht unterkriegen lassen!
    Alles Liebe
    Manuela

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  2. Schade ist, dass noch immer so gut wie immer der Mann die Frage stellen muss, um die es hier geht. Die einseitige Enttäuschung scheint für so man(n)chen dann nicht gut verdaulich. Was natürlich an der Gültigkeit der Antwort nichts ändert.

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